Landraub. Land Grabbing. Accaparement des terres. Grilagem de terra…

Günther Lanier, Ouagadougou, 19.5.2021

 [1]

Es ist in letzter Zeit ein bisschen still geworden rund um mein heutiges Thema[2]. Mich hat ein kleiner Artikel aus unerwartetem Eck neulich aufmerksam gemacht, auch wenn er das Wort Landraub nicht explizit erwähnt[3]. Die Austrian Development Agency (ADA, Österreichs staatliche Entwicklungsagentur) unterstützt nämlich das Institute for Poverty, Land and Agrarian Studies (PLAAS)[4] und dem geht es darum, das Recht von KleinlandbesitzerInnen auf Grund und Boden zu wahren. Es wird also eindeutig gegen Landraub Stellung bezogen. Überraschend, denn die politische Ausrichtung der ADA und zumindest des entscheidenden Teils der österreichischen Regierung hätte mich erwarten lassen, sie eher aufseiten der RäuberInnen als aufseiten ihrer Opfer zu finden.

Österreichs großer Bruder hingegen verhält sich meinen Erwartungen entsprechend: “Die deutsche Entwicklungshilfe fördert Land Grabbing in Entwicklungsländern und nimmt faktisch die Vertreibung von Kleinbauern in Kauf“ titelte German Foreign Policy am 12.5.2021[5] und bringt insbesondere Beispiele aus Sambia und Sierra Leone. Vom Fördern von Agrarreformen und der Umverteilung von Land an arme BäuerInnen sei die deutsche Entwicklungszusammenarbeit gründlich abgekommen. Weltweit habe die Ungleichheit bei der Verteilung landwirtschaftlicher Flächen einen Höchststand erreicht: “Demnach kontrollieren Agrarkonzerne und Unternehmen, die das reichste Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe bilden, inzwischen 70 Prozent der globalen Ackerfläche. Den 2,5 Milliarden Kleinbauern, die rund ein Drittel der Weltbevölkerung bilden, stehen hingegen nur noch drei Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche zur Verfügung“[6].

Die Terminologie ist unklar: Während Land“raub“ klarzumachen scheint, dass es sich um illegale oder zumindest unmoralische Aktivitäten handelt, kommt das auch im Deutschen häufig verwendete “land grabbing“ auch für legalen Erwerb von großen Landflächen zum Einsatz. Dabei kann es sich um Kauf oder Leasing handeln und die InvestorInnen können aus dem In- oder Ausland kommen, es kann sich um Regierungen, Unternehmen oder Individuen handeln.

'Brot für die Welt' schreibt auf seiner Webseite: “Laut der internationalen Land-Matrix-Initiative sind mittlerweile offiziell mehr als 62 Millionen Hektar fruchtbare Ackerfläche weltweit an Investoren vergeben oder in Aussicht gestellt. Dies entspricht fast der Hälfte des Ackerlandes in der Europäischen Union. Die Dunkelziffer der verdeckten Landdeals ist jedoch hoch, sodass sich vermutlich noch Millionen Hektar mehr in Investorenhand befinden.“[7]

Um die soeben erwähnte Land-Matrix-Initiative kommt eineR beim Thema Landraub nicht herum, sowohl der kleine ADA-Artikel als auch German Foreign Policy erwähnen diesen internationalen Versuch, die Datenlage zum Erwerb großer Landflächen unter wissenschaftliche Kontrolle zu bekommen. Doch 'Brot für die Welt' spricht fast im selben Atemzug von der Dunkelziffer. Und Geman Foreign Policy weist nachdrücklich darauf hin, dass in dieser Datenbank viele undokumentierten Fälle von Landraub nicht erfasst sind.

Denn damit ein Landerwerb Aufnahme findet, muss er strengen wissenschaftlichen Kriterien genügen. Die Land-Matrix-Initiative ist sich ihrer eigenen Mängel bewusst und weist immer wieder darauf hin, sie kann aber aus ihrem wissenschaftlichen Korsett nicht ausbrechen.

In Ermangelung umfassenderer und trotzdem seriöser Daten, im Wissen um das Ungenügen der in der Datenbank verfügbaren Daten verwende ich im Rest des Artikels Material der Land-Matrix-Initiative und dieser Initiative gilt mein herzliches Dankeschön!

Sie werden sehen: Die Zahlen sind erschreckend genug. Behalten Sie bitte im Hinterkopf, dass die Wirklichkeit noch viel grausamer ist.

Die 2009 ins Leben gerufene Land-Matrix-Initiative hat 2012 und abermals 2016 die eigenen Daten in Form von Berichten[8] analysiert, die mit anschaulichen Tabellen und Grafiken ausgestattet sind. Dazwischen haben 2014 vier WissenschaftlerInnen des Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern eine ähnliche und ebenfalls weltumfassende Studie herausgegeben[9]. Dieses “Zentrum für Entwicklung und Umwelt“ (CDE) steht auch zu alleroberst bei den “globalen PartnerInnen“ der Land-Matrix-Initiative[10].

In der Folge halte ich mich weitgehend an den 2016er Bericht der Land-Matrix-Initiative. Auch wenn er fünf Jahre alt ist, so gehe ich davon aus, dass er in seinen Grundzügen noch immer richtig ist. Ich gebe die dortigen Karten unverändert wieder[11]. Bei den Tabellen habe ich mich bemüht, die aktuellst verfügbaren Zahlen aus der Datenbank der Land-Matrix-Initiative zu verwenden[12].

Letztlich wollen wir (…) zu einer ausgeglicheneren Entscheidungsfindung
 beitragen, indem wir diejenigen stärken, die in den Verhandlungen und
 Entscheidungen über Landerwerb die schwächeren Stimmen haben.[13]

Per 13. Mai 2021 umfasst die LMI-Datenbank 2.015 abgeschlossene Fälle von Landerwerb mit einer Gesamtfläche von 65,8 Mio ha, also 658.000 km2. Davon sind 1.449 in Betrieb (46,4 Mio. ha), 77 haben den Betrieb noch nicht aufgenommen (3,2 Mio. ha), 365 sind in Vorbereitung, produzieren aber noch nicht (12,3 Mio. ha) und 124 wurden aufgegeben (3,9 Mio. ha).

Die folgende Tabelle zeigt “kontinent“weise (die Satte Welt ist immer ausgenommen) die zwischen dem Jahre 2000 und 2021 erfolgten Landerwerbe über 200 ha und zwar die Zahl der Abschlüsse und die davon betroffenen Flächen.

Laut der internationalen Landmatrix-Datenbank ist Afrika somit Ziel von 31,6% der grenzüberschreitenden Fälle von Landerwerb über 200 ha, hinsichtlich Fläche ist sein Anteil mit 38,3% noch etwas größer. Zweitbegehrtester Welt-Teil ist Osteuropa (25,3% der Fälle, 29,3% der Fläche).

Wo sich das Interesse innerhalb Afrikas (und in den anderen Erdteilen) konzentriert, darüber gibt die Karte am Artikelanfang eine erste Vorstellung, nämlich auf die Länder im Osten des Kontinents zwischen Äthiopien im Norden und Mosambik im Süden und in zweiter Linie auf die Küstenländer Westafrikas.

Doch hat sich in Zentralafrika in den letzten fünf Jahren offensichtlich viel getan. Sind die beide Kongos und auch die Zentralafrikanische Republik auf der Karte oben aus 2016 noch nahezu weiß, also “landraubunberührt“, so hat Kongo-Kinshasa inzwischen die weltweit zweitgrößte Landfläche verkauft oder verpachtet – fast 9 Mio. ha – und auch Kongo-Brazzaville mit 2,2 Mio. ha und die bürgerkriegsgequälte Zentralafrikanische Republik mit 1,4 Mio. ha haben zur Weltspitze aufgeschlossen.

Das zeigt sich in der folgenden Tabelle, die Aufschluss gibt über die 26 weltweit beliebtesten Zielländer (die Länder der Satten Welt sind als Investitionsziele nicht berücksichtigt)[14].

Die Rangordnung hat sich innerhalb der fünf Jahre deutlich verändert – 2016 war noch Indonesien vorne, gefolgt von der Ukraine und Russland. Äthiopien und Ghana waren viel weiter vorne. Nur der Südsudan hat sich in etwa gehalten – trotz der bis heute anhaltenden bürgerkriegsähnlichen Zustände, doch das scheint die InvestorInnen nicht abzuschrecken.

Aus der Tabelle wird auch deutlich, dass die Durchschnittsgröße des gekauften oder gepachteten Landes von Land zu Land sehr unterschiedlich ist. Während in Guyana, der Zentralafrikanischen Republik und im Südsudan eine einstellige Zahl von Abschlüssen Flächen von über 1 Mio. ha “erschließt“, braucht Ghana für seine 455.218 ha 47 Verträge – Kongo-Kinshasa hat mit unwesentlich mehr Verträgen (52) das Zwanzigfache, 8,9 Mio. ha, erreicht.

Die folgende Grafik[15] zeigt die “Gegenseite“, die 20 größten Herkunftsländer der InvestorInnen in Land außerhalb ihrer eigenen Grenzen und außerhalb der Satten Welt. Die der Grafik zugrundeliegenden Daten sind von April 2016 – ich wollte sie auf 2021er Stand bringen, aber bei den Zahlen zu den InvestorInnen der Landmatrix-Datenbank müssen Mehrfachzählungen die Regel sein, denn beim Zusammenzählen der erworbenen Landflächen der größten InvestorInnenländer kommt ein Vielfaches des globalen Wertes heraus und ich wüsste nicht, wo ich beginnen könnte, die Daten zu bereinigen.

Die rotbraunen Balken repräsentieren die Landfläche in ha, ihr zugeordnet ist die linke vertikale Achse. Die grüngelben kleinen Quadrate stellen die Zahl der Verträge dar, ihnen ist die vertikale Achse auf der rechten Seite zugeteilt. Die Überschrift der Grafik lautet “Die 20 wichtigsten InvestorInnen-Länder für abgeschlossene Verträge mit landwirtschaftlicher Intention“.

Malaysia hat zwischen 2000 und 2016 also die USA hinter sich gelassen, was den Erwerb von landwirtschaftlichem Land im Ausland betrifft. Dass die Britischen Jungferninseln (British Virgin Islands) und die Kanal-Insel Jersey hier auftauchen, liegt wohl an den vielen dort regristrierten Briefkastenfirmen. Sonst fällt auf, dass China entgegen nach wie vor kursierender Vorurteile keineswegs besonders an landwirtschaftlichem Land im Ausland interessiert scheint. Reiche europäische Länder, also in erster Linie EU-Mitglieder, sind verantwortlich für 31,4% der Abschlüsse und 27,2% der Fläche.

Die folgende Tabelle[16] zeigt, wiederum für 2016, die Arten von InvestorInnen, die in den verschiedenen Teilen der Welt in Land investiert haben. In Afrika dominieren die Privatunternehmen ganz klar, haben drei Mal so viel Land erworben wie börsennotierte Unternehmen und fast viermal so viel wie Investmentfonds. Allerdings ist der flächenmäßige Anteil der Investmentfonds mit fast 12% nicht so unerheblich – nur Lateinamerika hat mehr (fast 17%), in Asien und Ozeanien liegt er bei 0 und in Osteuropa bei 8,8%. Wobei das tatsächliche Gewicht von Investmentfonds höher sein dürfte, da sie ja auch in Unternehmen investieren, die in landwirtschaftlichem Land im Ausland investieren.

Die LMI-Studie hat gerade für Afrika die Investitionen in Land auch detaillierter in ihrer geographischen Verteilung dargestellt, wobei die beiden Karten mit Klima- und Vegetationszonen unterlegt wurden. Die kleinen gelben Quadrate stehen für Orte, an denen von jenseits der Landesgrenzen mindestens 200 ha Land erworben wurden. Tiefrot ist die Sahara, braungelb der Sahel, hellblau tropische Savanne, mittelblau “tropischer Monsun“ und tiefblau tropischer Regenwald[17].

Nach West- und Zentralafrika hier die entsprechende Karte für Ostafrika:

Ob die vielen Punkte in Tansania und Uganda 2021 (Tansania weist 27 Abschlüsse mit 150.182 ha auf und Uganda 22 mit zusammen 85.421 ha) noch der Wirklichkeit entsprechen, scheint mir allerdings zweifelhaft.

Und ist es Raub?

Die schöne Theorie der InvestorInnen besagt, dass das Land, das sie erwerben, zuvor nicht genutzt wurde, brachlag. Dass ihre Produktion sich also zur bereits existierenden hinzufügt, dass alle davon profitieren: weil die Versorgung mit Nahrung besser wird, weil viele AnrainerInnen Beschäftigung finden, weil die großen Farmen mit verbesserten Anbaumethoden und mit ihrem Knowhow die umgebenden traditionellen und kleineren Betriebe zur Nachahmung veranlassen.

Nichts als Vorteile.

Doch die Intuition, dass es in Wirklichkeit ganz anders zugeht, erweist sich als richtig. Unbebautes Land ohne menschliche Besiedlung oder Nutzung weitab der Verkehrswege ist das Gegenteil von dem, was sucht, wer in Land investieren will.

Diese Grafik[18] macht mehr als deutlich, dass Ackerland und nicht marginales Land für InvestorInnen bei weitem die begehrteste Art von Land ist. 58% der 2000-2016 grenzüberschreitend erworbenen Landflächen über 200 ha[19] waren zuvor Ackerland gewesen, 27% Waldland, 5% Busch- oder Grasland und nur 10% marginales Land[20].

Es hat also sehr wohl Verdrängung stattgefunden. Wo es sich um den Erwerb von Ackerland handelt, war die Konkurrenz eine direkte: Große AuslandsinvestorInnen haben sich gegen Klein- und MittelbäuerInnen durchgesetzt, deren Zugang zu ihrem wichtigsten Produktionsmittel – Land – dadurch erheblich eingeschränkt oder beendet wurde.

In Afrika ist der Anteil von Land, das früher von KleinbäuerInnen bebaut wurde, so hoch wie nirgends sonst auf der Welt[21]. Freilich werden aber auch andere Arten von Land schon vor ihrem Erwerb durch große InvestorInnen genutzt, sowohl Wälder, als auch Gras- und Buschland und teils auch marginales Land – Wälder zum Beispiel für die Jagd oder Gras-, Busch- und marginales Land[22] für Viehzucht, sodass es auch dort zu einem erheblichen Verdrängungswettbewerb kommt, wo wir davon ausgehen können, dass die GroßinvestorInnen auf sehr viel längeren Ästen sitzen[23].

Wer wird verdrängt?

Hier eine leider nur globale Aufschlüsselung der vormaligen EigentümerInnen des 2000-2016 erworbenen Landes. Die Unterschiede zwischen den Kontinenten sind sicher erheblich. Umso beachtlicher der mit 28% sehr hohe Anteil von Land in Gemeinschaftseigentum – in Afrika ist der Prozensatz sicher höher. Auch hinter staatlichem Eigentum kann sich gemeinschaftliches Eigentum verbergen. Der Anteil von großen PrivateigentümerInnen ist in weiten Teilen Afrikas hingegen sicher niedriger. Wir sollten nicht vergessen, dass es nach traditionellem afrikanischem Bodenrecht ein “Eigentum an Land“ gar nicht gibt.

% des Landes waren zuvor in … Eigentum[24]

Werden Gemeinschaften zu Rate gezogen? Informiert? Oder wird über sie verfügt? Theoretisch müssten sie ihre “freie, vorherige und informierte Zustimmung“ erteilen – oft wird das auch im Deutschen auf Englisch gesagt: Free, Prior and Informed Consent (FPIC).

Wie sehr wurde die Gemeinschaft informiert/zu Rate gezogen (in %)

 

Nur in 13,7% der Fälle wurde so vorgegangen, wie es eigentlich rechtens ist. In 41% der 2000-2016 bekannten Fälle wurde die Gemeinschaft gar nicht informiert oder zu Rate gezogen, in 43,5% der Fälle wurde sie unzureichend informiert und zu Rate gezogen[25].

Und wie schaut es mit Entschädigungen aus?

Entschädigung wurde…

 

In nur einem Drittel der bekannten Fälle wurde zumindest ein Teil der versprochenen Entschädigungen auch ausbezahlt (13% ganz, 19% teilweise). In 15% der Fälle war nie von einer Entschädigung die Rede[26].

Ob die versprochenen oder ausgezahlten Entschädigungen – bei denen es sich um Umsiedlungen, Ersatz-Land oder monetäre Kompensation handeln kann – genügten, darüber schweigen die der Land-Matrix-Initiative zur Verfügung stehenden Daten.

Hier zum Abschluss eine Grafik, die den langen Arm der in Nordamerika beheimateten InvestorInnen in ausländischem Land veranschaulicht – etwas über die Hälfte hat in Lateinamerika mindestens 200 ha Land erworben, ein knappes Drittel in Afrika[27].

Bei aller wissenschaftlicher Nüchternheit würde ich meinen, dass das Fazit erschütternd ist. Und wie anfangs erwähnt, gibt es bei weitem nicht für alle Fälle von Landraub genug Informationen, um sie in die LMI-Datenbank aufzunehmen. Es gibt also noch weit mehr vom Raub von Land Betroffene.

* * *

Endnoten:

[1] Diese Heatmap/Verteilungskarte zeigt, wo sich ausländischer großer Landerwerb (>200 ha) konzentriert. Kerstin Nolte, Wytske Chamberlain, Markus Giger, International Land Deals for Agriculture. Fresh insights from the Land Matrix: Analytical Report II, Bern, Montpellier, Hamburg, Pretoria: Centre for Development and Environment, University of Bern; Centre de coopération internationale en recherche agronomique pour le développement; German Institute of Global and Area Studies; University of Pretoria; Bern Open Publishing 2016, p.17; auf Englisch od. Französisch herunterladbar unter https://landmatrix.org/resources/international-land-deals-agriculture-fresh-insights-land-matrix-analytical-report-ii/.

[2] Ich habe im November 2018 einen Artikel über erfolgreichen Widerstand gegen ein großes Landraub-Projekt geschrieben: Günther Lanier, Mosambik leistet wieder Widerstand. BäuerInnen gegen Landraub, Radio Afrika TV 21.11.2018, http://www.radioafrika.net/2018/11/21/mosambik-leistet-wieder-widerstand/.

[3] Austrian Development Agency (ADA), Wie das Geschäft um Afrikas Boden Existenzen bedroht, ohne Datum (ich habe am 5.5.2021 zugegriffen), https://www.entwicklung.at/ada/aktuelles/detail/wie-das-geschaeft-um-afrikas-boden-existenzen-bedroht.

[4] Institut für Armuts-, Land- und Agrarforschung. Der Sitz befindet sich in Belleville, Cape Town, Südafrika. Siehe https://www.plaas.org.za/.

[5] Genau genommen ist das der Untertitel. Die Kleinbäuerinnen sind leider nur mitgemeint. Der Titel lautet “Entwicklungshilfe beim Landraub“. Siehe https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8596/.

[6] Ebd. Abermals sind die Kleinbäuerinnen leider nicht erwähnt, sondern nur mitgemeint.

[7] Die Investorinnen sind zweifellos mitgemeint. Aus der Einleitung zu “Fluchtursache Landraub. Was tun, wenn das Land knapp ist?“, siehe https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/fluchtursachen/fluchtursache-landraub/.

[8] 2012: Anseeuw, W., Boche, M., Breu, T., Giger, M., Lay, J., Messerli, P., & Nolte, K., Transnational land deals for agriculture in the global South. Analytical Report based on the Land Matrix Database.” CDE/CIRAD/GIGA, Bern/Montpellier/Hamburg 2012.
Für den 2016er Bericht – ab sofort LMI2016 – siehe die Quellenangabe für die heatmap zu Beginn des Artikels.

[9] Der fünfte Autor im Bunde, Michael B. Dwyer, kam vom indonesischen Centre for International Forestry Research, Jalan CIFOR. Siehe Peter Messerli, Markus Giger, Michael B. Dwyer, Thomas Breu, Sandra Eckert, The geography of large-scale land acquisitions: Analysing socio-ecological patterns of target contexts in the global South, in: Applied Geography, Vol. 53, 2014, pp. 449-459, https://doi.org/10.1016/j.apgeog.2014.07.005 (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0143622814001611).

[10] Die anderen dieser “global partners“ sind: das französische Centre de Coopération Internationale en Recherche Agronomique pour le Développement (CIRAD), das deutsche Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien (German Institute for Global and Area Studies/GIGA), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit/GIZ (die deutsche EZA betätigt sich also beiderseits der Fronten), die International Land Coalition/ILC (eine Allianz aus Nichtregierungs- und zwischenstaatlichen Organisationen). Ein Teil der Finanzierung der Land-Matrix-Initiative kommt von diesen PartnerInnen, außerdem finanzieren noch die Europäische Kommission, das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/BMZ (wie gesagt: beiderseits der Fronten) und die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit/DEZA. Siehe https://landmatrix.org/about/partners-and-donors/.

[11] Das Zeichnen aktueller Karten überstiege meine kartographischen Fähigkeiten.

[12] Was diese Datenbank betrifft, ist der Zugriff auf größere Datenmengen nicht einfach. So hoffe ich, dass ich nichts übersehen habe.

[13] Das ist der letzte Satz der Zusammenfassung des Berichts. LMI2016, p.viii. Übersetzung GL.

[14] Die LMI-Datenbank scheint verschiedene Definitionen zu verwenden, je nachdem, ob sie Daten einzelner Länder oder Daten von Aggregaten zeigt, jedenfalls erreicht die Zahl der 26 größten Länder nahezu die 2.015 der Abschlüsse weltweit und wenn wir die in den 26 Ländern grenzüberschreitend verkauften und verpachteten Flächen zusammenzählen, so übersteigt die Summe die global ausgewiesenen 65,8 Mio ha.

[15] Sie entspricht der “Figure 14: Top 20 investor countries for concluded deals with agricultural intention“ auf LMI2016, p.22, überarbeitet von GL.

[16] Sie entspricht der Tabellle 12 “Land acquisitions by investor type and target region“ in LMI2016, p.27. Übersetzung ins Deutsche GL.

[17] Beide Karten: LMI2016, p.35. Für Ostafrika ist die Skala der Klima- bzw. Vegetationszonen komplexer.

[18] Ich habe sie der Grafik “Primary land cover types targeted by land deals“ auf LMI2016, p.36 ungefähr nachgezeichnet.

[19] Dazu gilt es noch zu spezifizieren: die sich in Betrieb oder zumindest teilweise in Betrieb befanden und zu denen entsprechende Daten vorhanden waren.

[20] 2014 ergaben die Analysen von Messerli et al. grundsätzlich ähnliche, wenn auch im Detail andere Prozentwerte. Dort wird in den Analysen auch der Entwicklungsgedanke berücksichtigt, wie sehr traditionelle Produktion steigerbar ist. Siehe insbesondere pp.453-457 im bereits weiter oben erwähnten Peter Messerli, Markus Giger, Michael B. Dwyer, Thomas Breu, Sandra Eckert, The geography of large-scale land acquisitions: Analysing socio-ecological patterns of target contexts in the global South, in: Applied Geography, Vol. 53, 2014, pp. 449-459, https://doi.org/10.1016/j.apgeog.2014.07.005 (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0143622814001611).

[21] Die Tabelle entspricht der Tabelle 17 “Regional distribution of former land use“ auf LMI2016, p.37. Die Hervorhebung Afrikas habe ich vorgenommen. Übersetzung GL.

[22] Der Begriff ist ungenau definiert – siehe LMI2016, p.36.

[23] Eine spezielle Form von Landraub sei hier nur en passant erwähnt, das “green grabbing“, bei dem Land zu Naturschutzzwecken der Nutzung der lokalen Bevölkerung entzogen wird. Messerli et al., a.a.O., p.457 erwähnt das Phänomen kurz, ebenso LMI2016, p.38. Zu diesem Thema ein anderes Mal mehr.

[24] Hier habe ich die Grafik 24 “Former land ownership (size of concluded deals)“ von LMI2016, p.40 übersetzt und umgezeichnet.

[25] Ich habe übersetzt und die absoluten Zahlen der Grafik 25 “Community consultation“ auf LMI2016, p.41 in Prozent umgerechnet. Insgesamt lagen hier 2016 Daten für 161 Fälle vor.

[26] Die Datenlage ist hier schlecht. Von den 101 analysierten Fällen (die absoluten Zahlen entsprechen somit den Prozentwerten) gibt es für 12% keine Information hinsichtlich Entschädigung und bei 28% ist zwar bekannt, dass eine Entschädigung versprochen wurde, aber nicht, ob sie (zumindest teilweise) bezahlt wurde oder nicht. Die Grafik habe ich mit den Zahlen der Grafik 26 “Status of compensation offered“ auf LMI2016, p.42 gezeichnet.

[27] Die Grafik stammt von LMI2016, p.57, ich habe sie leicht überarbeitet. Die Grafik ist nicht beschriftet. Der grüne Ursprungspunkt liegt genau an der Grenze zwischen USA und Kanada und die Gesamtzahl der Fälle, 128, wirkt wie die Summe der Fälle der beiden Länder, wie sie aus der Grafik 14 auf LMI2016, p.22 ungefähr zu erkennen ist.