Kann Mosambik geholfen werden?

Günther Lanier, Wien, 1.9.2021


Maputo, Zentrum des nützlichen Mosambik[1]

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Dieser Artikel ist letzte Woche im International IV-2021, pp.50-53 erschienen. Geschrieben habe ich ihn am 8.8.2021.

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Spätestens im heurigen März ist der Norden Mosambiks ins Auge der Weltöffentlichkeit gerückt. Da wurde die Küstenstadt Palma von Al-Shabaab[2]-Truppen attackiert und erobert und der mächtige französische Multi, der ganz in der Nähe die Ausbeutung von Erdgasfeldern vorbereitete, sah sich aus Sicherheitsgründen zum Abzug gezwungen. Es war der bisher größte Erfolg der mosambikanischen Spielart des islamistischen Terrorismus.

Doch sind wir wirklich ZeugInnen einer Geschichte, die der Islamismus, der lokale Ableger des Islamischen Staates schreibt? Handelt es sich nicht vor allem um eine Geschichte zentralstaatlicher Vernachlässigung?

Die mosambikanische Hauptstadt Maputo liegt ganz im Süden des Landes, unweit der Grenze zu Südafrika. Palma liegt ganz im Norden, gehört zur Provinz Cabo Delgado[3], gerade 30 km sind es von dort zur tansanischen Grenze. Beide Städte liegen am Indischen Ozean. Zwischen ihnen sind es per Luftlinie 1884 km, etwa so viel wie zwischen Wien und Madrid, per Straße 2740 km, fast so viel wie zwischen Wien und Lissabon. Allerdings führt nach Palma alles andere als eine Autobahn.

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799.380 km2 ist Mosambik groß, auf 32 Millionen wird seine Bevölkerung heute geschätzt. In dem fruchtbaren, auch an Bodenschätzen reichen Land sind die allermeisten BewohnerInnen arm, 60% sollen 2019 laut Wirtschafts- und Finanzministerium unter der Armutsgrenze gelebt haben[5]. Der im Dezember 2020 veröffentlichte Human Development Report[6] weist Mosambik Platz 181 zu (unter insgesamt 189 Ländern).

Werfen wir zuerst einen kurzen Blick auf die Geschichte[7].

Während der Großteil Afrikas um 1960 herum in die Postkolonie[8] entlassen wurde, machte Lissabon keinerlei Anstalten, sein Übersee-Reich formell unabhängig werden zu lassen. So wurde am 25. Juni 1962 die Frente da Libertacao de Moçambique (FRELIMO – Befreiungsfront von Mosambik) gegründet. Unter Führung Eduardo Mondlanes begann sie 1964 den bewaffneten Kampf und konnte erste Erfolge erzielen, es wurden unter anderem sogenannte “befreite Zonen“ eingerichtet. 1969 fiel Mondlane einem Briefbombenanschlag der portugiesischen Geheimpolizei PIDE zum Opfer. Lissabons Vorgehen war brutal und massiv – in den 1970er Jahren standen auf portugiesischer Seite 65.000 bis 70.000 Soldaten den etwa 8.000 bis 10.000 Guerilla-KämpferInnen gegenüber[9].

 
“FRELIMO lügt! Und leiden tut Ihr“
[10]

Den Sieg über die Kolonialherren brachte erst die Nelkenrevolution in Portugal vom 25. April 1974. Im September wurde ein Waffenstillstand vereinbart, am 25. Juni 1975 die Volksrepublik Mosambik ausgerufen. Erster Präsident wurde FRELIMO-Chef Samora Moisés Machel[11].

1975 wurde auch die antikommunistische RENAMO (Resistência Nacional Moçambicana, also Nationaler mosambikanischer Widerstand) gegründet – ohne viel Rückhalt in der Bevölkerung, aber mit Hilfe der weißen Regierung von Rhodesien (dem heutigen Simbabwe). Ab 1976 gab es Bürgerkrieg. Erst 1,7 Millionen Flüchtlinge und 900.000 Tote später, im Jahr 1990, wurde er beendet. Die RENAMO wurde u.a. von Südafrika (Machel war wahrscheinlich ein Opfer Pretorias[12]), den USA und Westdeutschland unterstützt.

Die in “Republik“ umgetaufte Volksrepublik veranstaltete in der Folge regelmäßig Wahlen – die zur größten Oppositionspartei mutierte RENAMO konnte sich aber nie gegen die FRELIMO durchsetzen, auch wenn letztere ihr im Bürgerkrieg erworbenes Prestige längst verspielt hat und auch wenn die RENAMO 1999 der Macht nahekam: Joaquim Chissano setzte sich mit 52,3% der Stimmen nur knapp gegen RENAMO-Langzeitchef Afonso Dhlakama durch, auch im Parlament war die Regierungspartei nach dem Erhalt von 48,5% der Stimmen (RENAMO: 38,8%) nicht mehr so dominant wie gewohnt.

Doch in der Folge wurden die Ergebnisse für RENAMO immer schlechter (Afonso Dhlakama erhielt 2004 nur 31,74%, 2009 gar nur mehr 16,41% der Stimmen ) und so kündigte die RENAMO das Friedensabkommen von 1992 und griff wieder zu den Waffen und ab 2013 flammte der Konflikt vor allem in Zentralmosambik immer wieder auf. 2014 hielt ein Friedensabkommen nicht lang, erst der Waffenstillstand von 2017 war erfolgreich. Nach langwierigen Verhandlungen unterzeichneten Präsident Nyusi und der nunmehrige RENAMO-Vorsitzende Momade am 6.8.2019 in Maputo ein neues Friedensabkommen[13].

 
Samora Machel (li.) und Eduardo Mondlane
auf einem Wandgemälde in Mandimba in Niassa, der westlichen Nachbarprovinz Cabo Delgados [14]

Zwar hat in Maputo mehrmals ein demokratischer Machtwechsel stattgefunden – von einem FRELIMO-Chef zum nächsten – und Joaquim Chissano hat dafür, dass er sich nicht an die Macht klammerte, 2007 den begehrten Mo Ibrahim-Preis bekommen, noch dazu den ersten je vergebenen (gleichzeitig erhielt Nelson Mandela einen Ehren-Ibrahim-Preis, den honorary Ibrahim Prize for Achievement in African Leadership). Aber es steht nicht gut um die Freiheit im Land. Kritik kommt teils teuer zu stehen, da sind Entführungen, Folter und Morde an der Tagesordnung[15]. Dazu passt, dass JournalistInnen, die für ausländische Medien berichten, viel Geld für ihre Zulassung zahlen müssen[16].

Nach einem Bericht Joseph Hanlons von der London School of Economics ist zudem Heroin zum zweitwichtigsten Exportprodukt des Landes geworden – nicht selbstproduziertes, sondern aus Afghanistan importiertes –, es erwirtschaftet fast so viele Devisen wie Kohle und deutlich mehr als Strom und Aluminium. Dabei kommt die Ware über Pakistan entweder mit kleinen Booten (dhows) oder in großen, in Containern, die in den Häfen von Nacala und Beira ausgeladen werden, und dann geht es weiter per Straße, offenbar Richtung Südafrika. Die Händler sind gut vernetzt – ihre Kontakte bis in die hohen Ränge der FRELIMO sichern den reibungslosen Verlauf des Transportes[17].

Während Maputo das Wiederaufflammen des Bürgerkrieges zwischen FRELIMO und RENAMO in den 2010er Jahren also mit Mühe und Not eingedämmt zu haben scheint[18], waren die Nachrichten aus Mosambik sonst meist alles andere als rosig. Seit sie an der Macht ist, hat die FRELIMO ihren revolutionären Elan verloren. Dass das weitgehend auf dem Primärsektor basierende Wirtschaftswachstum nur selten der Bevölkerungsmehrheit zugutekommt, nimmt nicht wunder.

Sind sie einmal an der Macht, so genügen Befreiungsbewegungen selten den hehren Prinzipien, für die sie einst in den Kampf gezogen sind – das ist im südlichen Afrika, scheint es, die Regel[19].

Korruption, Misswirtschaft, Schmuggel[20] haben um sich gegriffen. Ein Höhepunkt wurde 2015 erreicht, als die Regierung über drei parastaatliche Unternehmen[21] insgeheim im Ausland knapp 2 Mrd. US-Dollar Schulden aufnahm, überwiegend für Militärisches – Mittel, die in den offiziellen Statistiken nicht aufschienen und die großteils spurlos versickerten. Nachdem das 2016 bekannt wurde, sperrten Mosambiks Gläubiger dem Land die Geldzuflüsse und trieben es so an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. In den staatlichen Krankenhäusern gab es 2018 z.B. keine Medikamente, in den Entbindungsstationen keine Handschuhe mehr[22]. Der damalige Finanzminister, Manuel Chang, der involviert gewesen sein dürfte[23], sitzt seit Dezember 2018 in einem südafrikanischen Gefängnis, während sich die USA und Mosambik um seine Auslieferung streiten[24].

Im März 2019 suchte dann der Zyklon Idai das Land heim. Die Bilanz war verheerend: Mindestens 600, vielleicht weit über 1.000 Tote, über 1.500 Verletzte, über 100.000 Häuser wurden zerstört, mehr noch beschädigt, auf über 700.000 ha ging die Ernte ganz oder teilweise verloren, die Sachschäden waren immens, insgesamt sollen an die 2 Millionen MosambikanerInnen betroffen gewesen sein[25].

Kurz darauf, im April 2019, hinterließ der Zyklon Kenneth eine Spur der Verwüstung – hatte Idai vor allem das mittlere Mosambik und die Stadt Beira (Provinz Sofala) betroffen, so war nun der hohe Norden des Landes an der Reihe. Auf 3,2 Mrd USD schätzte die mosambikanische Regierung die Schäden der beiden Wirbelstürme – im Mai 2019 wurden auf einer internationalen Konferenz 1,2 Mrd USD an Hilfen zugesagt[26].

Und zu alledem kam dann in der Provinz Cabo Delgado in Mosambiks äußerstem Norden der Terror von “Al Shabaab“. Anfangs glaubten wir ja unseren Ohren oder Augen nicht trauen zu dürfen – ein islamistischer Aufstand im südlichen Afrika? Es begann auch fast zaghaft, mit Kleinstgrüppchen…

Doch das hat sich in der Zwischenzeit gründlich geändert. Die Terrorgruppe weitete ihren Aktionsradius beständig aus. Mitte 2020 gelang es ihr, die Küstenstadt Mocímboa da Praia unter ihre Kontrolle zu bringen – und sie in der Folge bis Anfang August 2021 zu halten[27]. Anfang November 2020 berichtete BBC von einer Massenköpfung: Im Dorf Muatide sei ein Fußballfeld zum Hinrichtungsgelände umfunktioniert worden. Insgesamt seien in den Bezirken Miudumbe und Macomia innert dreier Tage über 50 Menschen geköpft worden[28].

Und dann kam im März 2021 die Eroberung von Palma – mit etwa 75.000 EinwohnerInnen mehr als doppelt so groß wie Mocímboa da Praia. Doch nicht deswegen erregte der Angriff auf Mosambiks nördlichste Hafenstadt so viel Aufmerksamkeit. Das lag vielmehr daran, dass etwa 10 km südöstlich der Stadt, auf der Afungi-Halbinsel, Total dabei war, Erdgasförderanlagen mitsamt einer Verflüssigungsanlage zu errichten. Und dieses 20 Milliarden USD-Projekt – das sowohl Total als auch Mosambik ob der erwarteten Einnahmen seit Jahren zum Träumen gebracht hatte – konnte nicht ausreichend geschützt werden und wurde daher auf unbestimmte Zeit suspendiert.

 
Wälder des Ancuba-Bezirks in der Provinz Cabo Delgado
[29]

Es heißt, dass Al-Shabaab bisher 3.100 Tote und 820.000 Vertriebene[30] zu verantworten habe. Es heißt, dass Al-Shabaab der mosambikanische Arm des Islamischen Staates sei. Im April 2018 sei der Treueeid geleistet worden[31]. Die USA, die Al-Shabaab im März 2021 offiziell als Terrororganisation eingestuft haben, führen sie unter “ISIS-Mozambique“[32], am 6. August 2021 haben sie dann Bonomade Machude Omar auf ihre Liste globaler Terroristen gesetzt, er sei der Militär- und Außenbeziehungsverantwortliche und befehlige und koordiniere alle Angriffe der Gruppe im Norden Mosambiks[33].

Wir wissen jedoch wenig über diese “gewalttätige extremistische“ Gruppe. Wir wissen, dass sie Terror säen. Ob es sich jedoch wirklich um Islamismus handelt, ist umstritten. Die International Crisis Group geht davon aus, dass ihre Verbindungen zum Islamischen Staat (IS) überaus locker sind. Ihr öffentlicher Diskurs ist wenig religiös, ist sehr viel mehr politisch, anti-Staat, gegen die korrupte Elite im fernen Maputo gerichtet.

Und damit haben sie ja Recht und treffen auch einen Nerv bei der sich völlig vernachlässigt fühlenden Bevölkerung Cabo Delgados. Nur wo Geld zu holen ist, besteht Interesse vonseiten der die Geschicke des Landes dominierenden FRELIMO. Daran hat auch die Tatsache, dass der derzeitige Präsident des Landes, Filipe Nyusi, aus Namau im Bezirk Mueda in der Cabo Delgado-Provinz stammt, nicht das Geringste geändert. Interesse am extremen Norden Mosambiks regte sich in Maputo erst, als hier Erdgas entdeckt wurde. An Konzessionen für ausländische Multis lässt sich ja bekanntlich blendend verdienen. Auch gegen den Terror wurde jahrelang nichts oder kaum etwas unternommen, insbesondere wurden Hilfsangebote aus dem Ausland dankend abgelehnt – die FRELIMO wollte sich schließlich nicht in die Karten schauen lassen, wollte nicht, dass international allzu genau bekannt wird, wie hier machtausübend Geld verdient wird, das würde ja gegen die nationale Souveränität verstoßen…[34] Das Land könne sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen, die Sicherheitskräfte seien dazu durchaus fähig.

Das hat sich erst mit dem Angriff auf Palma und mit dem Abzug von Total und der Gefährdung des Milliarden-Erdgasprojektes geändert. Da erst wurde das Hilfsangebot der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC)[35], Truppen zur Unterstützung des heillos überforderten mosambikanischen Heeres zu schicken, akzeptiert.

Doch der FRELIMO ist nach wie vor unwohl beim Gedanken an diese Präsenz von Truppen seiner Nachbarländer und insbesondere Südafrikas auf seinem Herrschaftsgebiet. Dass die ehemalige Kolonialmacht Portugal und auch die EU Personal zur Ausbildung der mosambikanischen Truppen geschickt hat, geht in Ordnung. Und SöldnerInnen aus Südafrika werden schon seit längerem angeheuert. Vor der Ankunft der SADC-SoldatInnen aber wurden schnell noch ruandische Truppen ins Land geholt – ihnen eilt der Ruf großer Effizienz voraus, vor allem aber werden sie als weniger bedrohlich eingeschätzt, weil angenommen wird, dass sie keine Eigeninteressen verfolgen, nur den Auftrag erledigen. Es kann sein, dass dieser letztlich im Schutz der Total-Investitionen auf der Afungi-Halbinsel besteht – diesbezüglich könnte sich die rezente Wiederannäherung zwischen den Präsidenten Ruandas und Frankreichs, Paul Kagame und Emmanuel Macron, als begünstigend erwiesen haben[36].

Inzwischen sind auch botsuanische und südafrikanische SoldatInnen mitsamt ihrem Kriegsgerät auf mosambikanischem Boden eingetroffen.

Straße nach Mocímboa da Praia. Auf dem grünen Schild am linken Straßenrand steht “Bezirk Mocímboa da Praia“[37]

Wie von ihnen erwartet, sind die ruandischen Truppen militärisch erfolgreich. Bisheriger Höhepunkt ihrer Intervention: Am 8.8.2021 haben sie Mocímboa da Praia zurückerobert[38]. Der schnelle Erfolg ist nicht weiter überraschend. Die ruandischen Truppen sind den Al-Shabaab nicht zuletzt ausrüstungsmäßig deutlich überlegen und das wirkt sich bei “offenen Kämpfen“ klar aus. Die Stärke gewalttätiger extremistischer Gruppen liegt in der asymmetrischen Kriegsführung, nicht im offenen Kampf. Erinnern wir uns, dass in Mali die französischen Interventionstruppen der opération Serval 2013 großen Erfolg hatten – erst später ging nichts mehr weiter.

Doch ist wenig wahrscheinlich, dass Waffen eine dauerhafte Lösung bieten können. Sicherheitskräfte, so gut sie auch ausgerüstet sein mögen – die französischen in Mali, die US-amerikanischen in Afghanistan, die tschadischen und nigerianischen und nigrischen im Tschadsee-Gebiet, die von Ruanda und der SADC in Mosambik – können zwar zu- und dreinschlagen. Frieden und eine dauerhafte Herrschaft lassen sich nur erreichen, wenn die Herzen und der Verstand aller Betroffenen beteiligt sind. Der ehemalige mosambikanische Präsident Joaquim Chissano hat jüngst zu Verhandlungen mit Al-Shabaab geraten – ein Verstehen der Gründe der Gewalt sei Vorbedingung für eine Lösung des Konfliktes in Cabo Delgado[39].

Damit liegt Joaquim Chissano sehr viel richtiger als die meisten BeraterInnen im In- und Ausland. Eine militärische Lösung ist keine – wer zieht denn gerade aus Afghanistan nach wie vielen Jahren und wie vielen Milliarden USD und wie vielen Toten, Verletzten und Geflüchteten ab? Sind es nicht die bestausgerüsteten Truppen der Welt?

Will Maputo “seine“ Nord-Provinz Cabo Delgado nicht verlieren, dann hat es keine andere Wahl, als sich um die dortige Bevölkerung zu bemühen.

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Endnoten:

[1] Foto Andrew Moir 1.2.2006, überarbeitet von San_Carlos_desde_lago.jpg, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maputo_-_Panorama.jpg.

[2] Damit kein Irrtum aufkommt: Sie haben mit den somalischen Al-Shabaab nichts zu tun, haben nur den Namen – er bedeutet “die Jugend“ – gemeinsam. Die Eigenbezeichnung ist “Ansar Al-Sunna“, “Anhänger der Tradition“.

[3] Das “schlanke Kap“, das der Provinz ihren Namen gegeben hat, ragt nordöstlich von Palma in den Indischen Ozean. Bis zum 1. Weltkrieg gehörte es zu Deutsch-Ostafrika, erst danach wurde die Grenze etwas weiter nördlich, an den Rovuma-Fluss, verlegt.

[4] Mosambiks Provinzen. Karte erstellt von NordNordWest am 12.11.2018, leicht überarbeitet GL, https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Mozambique,_administrative_divisions_-_de_-_colored_2018.svg.

[5] Zitiert in Egas Daniel, Poverty eradication in Mozambique: Progress and challenges amid COVID-19, International Growth Centre 16.10.2020, https://www.theigc.org/blog/poverty-eradication-in-mozambique-progress-and-challenges-amid-covid-19/.

[6] Herunterladbar auf http://hdr.undp.org/en/2020-report.

[7] Die folgenden Absätze sind großteils wortwörtlich übernommen aus dem Kapitel 10 “Mosambik leistet wieder Widerstand“ in Günther Lanier, Afrika. Exkursionen an den Rändern des Weltsystems, Linz (guernica Verlag) 2019, pp.91-98.

[8] Achille Mbembe, De la postcolonie. Essai sur l'imagination politique dans l'Afrique contemporaine, Paris (Karthala) 2000/2005.

[9] Ein Literatur-Tipp: Lídia Jorge, Die Küste des Raunens, Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 1993 (Original “A Costa de murmúrios“ 1988).

[10] Im Krieg gegen die Frelimo von portugiesischen Flugzeugen aus abgeworfenes Propagandamaterial. Aus Joaquim Coelhos Text- und Abbildunssammelband “Espaço Etéreo“. Leicht überarbeitet: GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Propagandalan%C3%A7adadeavi%C3%A3o....jpg.

[11] Seine Frau, Graça Machel, heiratet später Mandela – in zwei verschiedenen Ländern First Lady, das war vor ihr noch keiner gelungen. Die hochgeachtete Graça Machel ist keineswegs bloß “Frau von…“, außer Parlamentsabgeordnete war sie unter anderem UNO-Sonderbotschafterin (1994, ernannt von Boutros Boutros-Ghali) und 2007 bis zu seiner Auflösung 2017 Mitglied des hochrangigen, von Kofi Annan geleiteten Africa Progress Panel.

[12] Die international besetzte Margo-Kommission kam zum Ergebnis, dass ein Pilotenfehler Grund für den Flugzeugabsturz gewesen war. Vor allen anderen tauchte am Absturzort allerdings südafrikanisches Sicherheitspersonal auf – nicht mit Rettung beschäftigt, sondern mit dem Konfiszieren von Material.

[13] Mit dem überraschenden Tod Afonso Dhlakamas am 3. Mai 2018 war die mosambikanische Innenpolitik neu aufgemischt worden. Siehe dazu Eric Morier-Genoud, Why Renamo leader’s death could have a major impact on Mozambique, The Conversation 10.5.2018. Die Friedensverhandlungen waren offenbar aufseiten der RENAMO sehr auf Afonso Dhlakama konzentriert. In der RENAMO gibt es einen militärischen und einen parlamentarischen Flügel.

[14] Foto Jcornelius 21.8.2017, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mural_with_Samora_Machel_and_Eduardo_Mondlane,_Mandimba,_Mozambique.jpg.

[15] Siehe z.B. Joaquim Nhamirre, Au Mozambique, les voix critiques paient le prix fort, AFP 2.5.2018 um 08:15.

[16] Jose Tembe, Mozambique imposes hefty foreign media license fee, BBC Africa 10.8.2018 um 14h51.

[17] Siehe dazu Joseph Hanlon, The Uberization of Mozambique's heroin trade, London School of Economics, Department of International Development Working Paper Series 2018, no.18-190, http://www.lse.ac.uk/international-development/Assets/Documents/PDFs/Working-Papers/WP190.pdf.

[18] Was überraschend ist, denn offenbar haben die Leute an der Macht der RENAMO wenig Zugeständnisse gemacht. Bisher sieht es so aus, als hätten sie gereicht, um, was die RENAMO betrifft, den Frieden zu wahren.

[19] Dieser und die paar folgenden Absätze lehnt sich an an Günther Lanier, In dem von Maputo vergessenen Teil des Landes: Al Shabaab Nummer 2, veröffentlicht auf Radio Afrika TV am 11.11.2020.

[20] Die Verflechtungen zwischen Schmuggel und Terrorismus siehe Joseph Hanlon, How Mozambique’s smuggling barons nurtured jihadists, BBC 2.6.2018, https://www.bbc.com/news/world-africa-44320531.

[21] Proindicus, Ematun, MAM – alle im maritimen Bereich tätig.

[22] Siehe Antonio Cascais, Schuldenkrise in Mosambik: Wer zahlt die Zeche? Deutsche Welle 16.8.2018, https://www.dw.com/de/schuldenkrise-in-mosambik-wer-zahlt-die-zeche/a-45092916.

[23] Drei Credit Suisse-Banker haben sich vor einem US-Gericht in dieser Sache der Bestechung und des Betrugs für schuldig bekannt.

[24] Siehe z.B. Peter Fabricius, Chang extradition dilemma paralyses SA President Ramaphosa. Sending Mozambique’s former finance minister to the US is politically difficult but legally the better course of action, ISS Today 21.5.2021, https://issafrica.org/iss-today/chang-extradition-dilemma-paralyses-sa-president-ramaphosa.

[25] Die Zahlen stammen aus International Organization for Migration (IOM), Mozambique Cyclone Idai Response. Situation Report Nr.3 vom 4.-8.4.2019. Laut ebd. sollen sich die Schäden an Häusern, Infrastruktur und Landwirtschaft auf 773 Mio. USD belaufen haben, Quelle ist eine von der Weltbank in Auftrag gegebene schnelle Schätzung (“rapid remote assessment“) – solche Zahlen sind immer mit großer Vorsicht zu behandeln; https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/IOM%20Mozambique-%20Cyclone%20Idai%20Response%20sitrep%203-%2004-08%20April%202019-final-compressed.pdf.

[26] Siehe UN News vom 31.5.2019 (https://news.un.org/en/story/2019/05/1039611) bzw. 2.6.2019 (https://news.un.org/en/story/2019/06/1039651).

[27] RFI brachte am 8.8.2021 nachmittags eine Kurzmeldung, dass die ruandische Armee gemeinsam mit der mosambikanischen Mocímboa da Praia zurückerobert hätten. Siehe RFI, Mozambique: les forces rwandaises affirment avoir repris aux jihadistes le contrôle du port de Mocimboa da Praia, RFI 8.8.2021 um 15h15.

[28] Mary Harper, More than 50 beheaded by Mozambican Islamists, BBC Africa Live 9.11.2020 um 14h14. Am 10.11.2020 um 11h20 setzte BBC unter dem Titel “Mass beheadings during three days of violence in northern Mozambique” mit einem 3’08”-Interview zu dem Thema nach. Darin berichtet der namenlose Interviewte, dass es den Terroristen – die sich teils als Soldaten verkleiden – darum geht, Angst zu säen. So könnten sie Kontrolle ausüben.

[29] Foto Ton Rulkens 22.4.2011, leicht überarbeitet GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cabo_Delgado_-_forest_(5648900308).jpg.

[30] Informationen zu Cabo Delgado sind sehr oft unscharf. Es könnte sein, dass die Zahl der Vertriebenen übertrieben ist – sie übersteigt die Gesamtzahl der EinwohnerInnen der von den Angriffen betroffenen Bezirke. Zweifel äußert z.B. Dr. Agostinho Zacarias im ISS-Zoom-Seminar “Harnessing the benefits of a SADC Standby Force in Mozambique” Institute for Security Studies/ISS Live, 1:36:44: https://issafrica.org/events/harnessing-the-benefits-of-a-sadc-standby-force-in-mozambique.

[31] Siehe Theo Neethling, Offshore gas finds offered major promise for Mozambique: what went wrong, The Conversation 30.3.2021, https://theconversation.com/offshore-gas-finds-offered-major-promise-for-mozambique-what-went-wrong-158079.

[32] ISIS = Islamic State of Iraq and Syria.

[33] “Specially Designated Global Terrorists (SDGTs) under Executive Order 13224”. Siehe https://www.state.gov/designations-of-isis-mozambique-jnim-and-al-shabaab-leaders/.

[34] Das war das seitens der Regierung gebetsmühlenartig vorgetragene Argument gegen ausländische Militärhilfe.

[35] Beim Gipfeltreffen der SADC = Southern African Development Community in Maputo am 23. Mai 2021.

[36] Siehe z.B. Christian Selz, Helfer mit Hintergedanken, Junge Welt 17.7.2021, https://www.jungewelt.de/artikel/406484.kampf-ums-gas-helfer-mit-hintergedanken.html.

[37] Foto Amâncio Miguel/VOA 2020, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Road_to_Moc%C3%ADmboa_da_Praia,_Mozambique,_VOA.jpg?uselang=de.

[38] Wie schon weiter oben erwähnt, brachte RFI am 8.8.2021 nachmittags eine Kurzmeldung, dass die ruandische Armee gemeinsam mit der mosambikanischen Mocímboa da Praia zurückerobert hätten. Siehe RFI, Mozambique: les forces rwandaises affirment avoir repris aux jihadistes le contrôle du port de Mocimboa da Praia, RFI 8.8.2021 um 15h15.

[39] Jose Tembe, Mozambique ex-president urges talks with armed groups, BBC Africa Live 5.8.2021 um 8h33.